Rarotonga – Kokosnüsse schälen auf den Cook Islands

Von Christchurch aus ging es für Sascha und mich am 31.05 nach Auckland auf die Nordinsel und im Anschluss von Auckland in 4 Stunden auf die Cook Islands. Die Cook Islands sind ein kleines Archipel im Südpazifik nicht weit von Neu Kaledonien, Tonga und Fidschi. Von Neuseeland ist es keine allzu weite Strecke mehr bis in die Südsee. Wir waren auf der Hauptinsel Rarotonga, ein Besuch einer der Nebeninseln hätte mindestens 400 Dollar für eine Strecke von etwas über 50km mit dem Boot gekostet. Rarotonga ist vollständig von einer Lagune umgeben, von einer Straße durchzogen und im Zentrum mit dichtem Regenwald bewachsen, fast alle Bewohner Maoris.

dsc03452

dsc03058

dsc03081
Doug vor seinem Haus

Wir hatten uns im Vornherein jemanden gesucht bei dem wir wohnen konnten. Für die Hilfe, die wir ihm im Haushalt und auf dem Grundstück leisteten konnten wir im Garten zelten und bekamen täglich drei Mahlzeiten bzw. die Zutaten gestellt. Wir hatten uns mit einem 65 jährigen Einheimischen verabredet, der in Neuseeland aufgewachsen ist, in England gelebt hat und nun seine Tage auf dem Land seiner Familie auf den Cook Islands verbringt, mit Namen Doug. Wir sollten ihm bei seinem „Kokosnuss- Business“ zur Seite stehen und bei Bedarf kleine Kajak Touren in der Lagune der Insel führen. Kokosnüsse gibt es auf den Inseln im Südpazifik in rauen Mengen, man kann sie einfach vom Strand sammeln. Von Neuseeland aus waren wir uns noch sehr unsicher ob alles so klappen würde wie wir es uns vorstellten. Doug gab uns nur sehr spärliche Infos und ging auf keine unserer Fragen ein. Fragten wir ihn wie wir denn genau vom Flughafen zu seinem Haus kommen, worin unsere Arbeit denn genau bestehe und ob es denn wirklich kein Problem sei, wenn er uns um 3 Uhr Nachts vom Flughafen abholt, kam stets nur ein nüchternes „It’s allgood, no worries“, als Antwort auf die langen Texte voller Fragen. Ein wenig haben wir auch damit gerechnet einfach ausgeraubt zu werden und auf den Cook Islands bleiben zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt war uns die klassische Insel- Mentalität noch nicht so ganz bekannt. Für uns war es außergewöhnlich, dass es für unseren künftigen Gastgeber kein Problem darstellt, wenn wir unser Ankunftsdatum zwei Tage vorher ändern und dann auch noch um 2 oder 3 in der Nacht ankommen. Er konnte einfach ohne zu überlegen von einer Sekunde auf die andere zusagen, dass er uns abholen kann, als hätte er wirklich absolut keinerlei Termine. Alles in allem war es wirklich so. Die Hauptinsel der Cook Islands, Rarotonga lässt sich mit dem Auto in fast einer Stunde umfahren, die Straße, welche um die Insel geht ist nur ganze 32km lang. Jeder kennt Jeden, niemand hetzt oder stresst sich. Wir waren ja schon die für uns völlige Gelassenheit aus Neuseeland und Australien gewöhnt, aber hier war es unfassbar wie entspannt und mit was für eines Ruhe die Menschen ihren alltäglichen Tätigkeiten nachgingen. Schaffte man es nicht heute, dann muss es halt morgen gemacht werden. Ist das Wetter heute außergewöhnlich schön wird es eben auch auf morgen verschoben. Und das Wetter ist in der Südsee erstaunlich oft besonders schön! 😀 Neben des Tourismus, der Landwirtschaft und einigen Jobs wie dem Polizeiamt, der Arbeit in der Verwaltung und am Flughafen und einigen Leuten die kleine Shops und Läden betreiben gibt es keine großen Einkommensquellen. Ungefähr jede Stunde fährt ein Bus, in genau zwei Richtungen „clockwise“ und „anti-clockwise“, mit dem Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn.

Doug’s Business besteht im Verkauf von„Coconut- Candy“ nach dem „legendären“ Rezept seiner Tante. Die Kokosnüsse werden als Erstes gehusket, das heißt aus der grünen bzw. auch braunen Schale(Husk) entfernt bis die für uns aus dem Laden als Kokosnuss bekannte Frucht zum Vorschein kommt. Mit der Machete wird diese in zwei Hälften gebrochen, in feine Streifen geschält und dann in mehreren Durchgängen im Gasofen geröstet.

Das Wasser der Kokosnüsse wird vor dem Schälen abgenommen und getrunken. Die fertigen goldbraunen Kokosschnipsel werden je nach Sorte mit allerlei Zutaten, wie Honig, Zucker, Ingwer, Salz und Pfeffer verfeinert und dann im Anschluss in kleinen runden Schälchen, direkt an der Straße vor dem Haus an Dougs kleinem Stand, verkauft. Eine kostet 8nzd, zwei gibt’s für 12. Zwei Mal in der Woche werden die Kokosnüsse noch auf dem Muri Market und dem Nightmarket in der Hauptstadt verkauft.

dsc03524
Doug(links hinter Tresen) und Sascha beim verkaufen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir haben uns gefühlt wie im Paradies. Palmen, Sand, Sonne, überall Limetten, Passionfruits und Papayas und eine glasklare, warme Lagune mit Korallen um die gesamte Insel herum.

dsc03758
Maracuja

dsc03768
Papaya

dsc03717

Das Treibgut am Strand ist übersät mit, für meinen Geschmack, riesigen Einsiedlerkrebsen.

dsc03618

dsc03634
Languste

In Buchten sind die Strände voll mit tausenden braun-lila-roten Krabben, welche sich kollektiv in eben so vielen Erdlöchern verstecken, wenn man sich ihnen nähert. Einige Exemplare wurden auch echt respekteinflößend groß.

Schnorcheln in der Lagune.

dsc03744

dsc03747

Schildkröten haben wir leider nicht gesehen. Es ist einfach nur faszinierend in die Welt unter Wasser abzutauchen. Von über der Wasseroberfläche kann man sich gar nicht vorstellen was einen für eine Farbenpracht erwartet. Von Oben sieht alles völlig unspektakulär aus, doch ist man erst einmal unter Wasser ist man endlos fasziniert. Es ist mucks Mäuschen still und alles voller Leben. Der Boden ist übersät mit Seegurken und Muscheln, die Korallen bewegen sich mit der Strömung und ein Fischschwarm ist bunter als der Andere. Wir haben krampfhaft nach Schildkröten gesucht und uns dafür sogar bis an die Löcher im Riff getraut. Durch die starken Strömungen an diesen Stellen fällt es hier von einem auf 5, 10 und mehr Meter ab. Man schwimmt an der Kante entlang, starrt in die Tiefe und hofft jede Sekunde einen Blick auf eine Meeresschildkröte zu erhaschen. Wie mussten durchgehend darauf achten nicht, abgelenkt von den Fischschwärmen zu weit ins Tiefe zu treiben. Bis wir völlig fertig und durchgefroren waren suchten wir vergebens nach Schildkröten. Wir konnten allerdings diverse Fischarten über Kugelfische und bunte Papageienfische bis hin zu einer weißen Muräne mit neongelben Kopf sehen. Neben uns verweilten für unterschiedlich lange Zeiten noch ein britisch-französisches Paar, ein deutsch-italienisches Paar, eine weitere Deutsche, ein Belgier und eine Ecuadorianerin. Abends spielte Sascha Gitarre, es wurde gesungen, Doug spielte seine improvisierten Trommeln und wir tauschten Geschichten aus.

Wir kamen auch in den Genuss eines traditionellen „Umus“. Gemeinschaftlich gräbt man ein Loch für ein großes Feuer aus Ironwood, in welchem mehrere große Steine erhitzt werden. Ist das Feuer runtergebrannt werden mehrere Kilo Hähnchen, verschiedenstes Gemüse und Wurzeln direkt auf die Steine gelegt, das Feuer erst mit Bananenblättern und zum Schluss noch mit Erde abgedeckt. Das Ganze blieb für mehrere Stunden abgedeckt, was dazu führte, dass das Essen sehr gleichmäßig gegart und einen schön rauchigen Geschmack erhielt.

Es fand während unseres Aufenthalts sogar ein kleines Festival statt. Die ganze Familie traf sich zu lokaler und neuseeländischer Maori Reggae, Hip-Hop und Inselmusik.

 

dsc03502

dsc03480

Des weiteren durften auch Zeuge einer neuapostolischen Messe werden. Typisch sind diverse Tanz und Gesangseinlagen. Wir wurden als Ehrengäste behandelt, durften mit dem Priester und seiner Frau an einem Tisch sitzen und wurden mit dem ausgiebigen Buffet verwöhnt. Die Massen an Essen waren einfach überwältigend. Das gemeinsame Mahl steht an allererster Stelle in der Maori Kultur.

Die Cook Islands waren eine unvergessliche Erfahrung. Und die Gastfreundschaft der Einheimischen unbeschreiblich! Nach den Wochen auf Rarotonga ging es für uns über Rarotonga ab nach Sydney in Australien.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s