Abel Tasman Coast Walk

Hallo zusammen! Ich habe es mal wieder auf die Reihe gebracht längst Geschehenes in einen Blogeintrag zu packen. 😀 Nachdem ich aus Kaikoura mit Laura und Noa wieder in Blenheim eingetroffen war machte ich mich mit Franziska auf den Weg Richtung Marahau um den Coast Walk im Abel Tasman National Park zu laufen. Es stellte sich als nicht sonderlich schwierig heraus zu zweit von Blenheim zum Anfang des Tracks zu trampen. Der Coast Walk im Abel Tasman National Park gilt als einer der schönsten Wanderwege der Welt und führt auf der gesamten Strecke von Bucht zu Bucht des National Parks. Die Strände sind wunderschön, bei gutem Wetter dunkelgelber Sand und türkisgrünes Wasser. Dahinter erstreckt sich im Landesinneren tiefster Urwald.

Ins Gespräch vertieft liefen wir einfach den beiden Franzosen 200m vor uns hinterher. Immer weiter in die Bucht hinein. Wohlgemerkt befand sich schon als wir am Inlet ankamen Wasser in der Bucht! Bis wir irgendwann sahen, dass die Beiden sich die Schuhe auszogen und barfuß durch das seichte Wasser steppten. Erst jetzt realisierten wir, dass von Minute zu Minute mehr Wasser in die Bucht strömt und uns unter Umständen in kurzer Zeit den Weg abschneiden könnte. Also: Schuhe aus, Hose hochgekrempelt und durch das noch knöchelhohe Wasser. Das ging genau solange gut bis wir zur Hüfte im Wasser standen. Rein theoretisch wäre es schon machbar gewesen noch schnell durchzurennen, aber wir wussten Erstens nicht wie weit das Wasser noch ansteigen würde und hatten schließlich auch noch unsere großen Rucksäcke auf dem Rücken, welche nicht unbedingt nass werden sollten. Zur Krönung des Ganzen fiel mir dann auch noch mein Handy aus der Hosentasche in das Hüfthohe Salzwasser der Tasmansea und beim panischen Versuch es wieder vom Boden zu holen habe ich direkt noch meine Kamera mit eingetunkt, da sie mir um den Hals hing. Das letzte Bild mit der immer noch reperaturbedürftigen Kamera ist schon sehr passend. Die Laune ist hier auf den ersten Blick sogar noch recht gut 😀

Uns blieb im Endeffekt nichts anderes übrig als weiter ins Innere der Bucht zu laufen. Auf die andere Seite kamen wir erstmal nicht und an den Punkt von dem der Weg durch die Bucht gestartet war konnten wir erst einmal auch nicht mehr zurück. Am Ende der Bucht konnten wir eine orange Wegmarkierung ausmachen in deren Richtung wir uns aufmachten, in der Hoffnung einen Track zu finden der einfach etwas länger ist und um die Bucht herumführt. Dem war allerdings nicht so. Wir kamen vielleicht einen Kilometer  weit in den Urwald des Abel Tasman Nationalparks. Ich finde es immer noch echt erstaunlich, dass wir noch ziemlich gute Laune und die Nerven behalten haben. Was machen wir nun? Franzis Plan war erstmal Hals über Kopf in den Wald laufen, im Versuch uns mehrere Kilometer abseits des Weges einfach durchs Dickicht zu schlagen. Nach 10 bis 15min mussten wir feststellen, dass ein Durchkommen unmöglich war, da der Wald immer dichter und dichter wurde. Nach weiteren 20 min die wir fast gänzlich orientierungslos und komischerweise immer noch nicht panisch durch den Wald geirrt waren gelang es uns wieder die richtige Richtung zum Track zu finden. Am Ende des Tages blieb uns nichts anderes übrig als mitten im Nationalpark direkt auf dem kleinen Weg am Ende der Bucht unser Zelt aufzuschlagen und die Nacht zu verbringen. Von all diesen Ereignissen fehlen mir nun leider Fotos um das Ganze ein wenig zu veranschaulichen, aber das ist ja nicht schlimm. Nach dieser im Endeffekt doch Irgendwo schönen Nacht im Nirgendwo galt es für uns früh aufzustehen um nicht wieder das Niedrigwasser zu verpassen und noch stundenlang in der Pampa mit dem Risiko von Rangern erwischt zu werden verharren zu müssen. Morgens um 8 war der Wasserstand tief genug um die Bucht passieren zu können. Wir trafen sogar zwei Ranger auf einem Quad, welche uns fröhlich einen schönen Tag wünschten. Sobald wir wieder über Netz verfügten buchten wir eine weitere Übernachtung auf einem der nachfolgenden Campsites und hängten einfach noch einen Tag dran. Im Endeffekt haben wir den Walk in glorreichen 5 Tagen absolviert. 😀 😀 

Doch das war anscheinend noch nicht genug Übel für uns Zwei. 😀 Im Anschluss hitchhikten wir in die Golden Bay und verbrachten noch knapp anderthalb Wochen in Takaka und Umgebung. Nach dem wir in Takaka angekommen waren ging es erstmal auf einen Campsite um alle Sachen zu waschen und eine warme Dusche genießen zu können. Danach machten wir es uns auf dem Free Campsite in Takaka gemütlich mit dem Ziel in der nächsten Zeit die Umgebung zu erkunden. Wir besuchten Wharariki Beach, einen der angeblich schönsten Strände der Welt am nördlichsten Punkt der Südinsel am Cape Farewell, glasklare Springs und Franzi machte mit ihrer GoPro schöne Fotos vom Strand und den sich ebenfalls dort befindenden neugierigen und beinah handzahmen Robbenbabys. Ich bereute regelmäßig keine Kamera dabei zu haben.

Nach einer Nacht in der Nähe des Strandes ging es wieder Richtung Süden nach Takaka. Hier wollten wir noch ein paar Tage verbringen bevor es wieder zurück zu den Anderen nach Blenheim ging. Zurück in Takaka wurden wir erstmal von Regen in Form einer regelrechten Sintflut begrüßt. Es regnete die gesamte Zeit durch, sodass wir bis zum frühen Nachmittag im Zelt blieben und den Regen abwarteten. Als Franzi um 15 oder 16 Uhr aus dem Zelt guckte war der Fluss and dem wir zelteten auf der gesamten Breite um knapp einen Meter angestiegen und stand bereits 10cm vor unserem Zelt. Noch während wir im strömenden Regen unser Zeug zusammenpackten stieg das Wasser bis unter das Zelt. Im Dorf waren leider alle Hostels schon ausgebucht, da alle Leute die auf dem Freedom Campsite gezeltet haben sich ins Warme der Hostels geflüchtet hatten. Eine nette Betreiberin eines der Hostels fuhr uns 5min aus dem Dorf in ein Motel wo noch bezahlbare Zimmer zur Verfügung standen. Trocken und ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zurück nach Nelson. Doch nicht genug damit sich auf einem Great Walk zu verirren, Kamera und Handy zu zerstören und dann auch noch von einem über die Ufer tretenden Fluss weggespült zu werden. Die Truckfahrer vor dem Motel schauten uns auf die Frage ob sie uns nicht mit nach Nelson nehmen können nur skeptisch und regelrecht empört an. Wir liefen also etwas irritiert 500m weiter die Straße hinab wo sich uns der Grund dessen offenbarte. Die gesamte Straße einschließlich der umliegenden Wiesen und Felder stand in einer Senke ungefähr einen Meter unter Wasser. Über Nacht war der Fluss soweit angestiegen, dass Takaka vom Rest der Gegend abgeschnitten war. Es bestand keine andere Möglichkeit als zu warten bis das Wasser im Laufe des Tages abgelaufen und die Straße wieder frei war. Die Anwohner blieben völlig gelassen, warteten ab und eine nette Frau lud uns beide zu sich und ihrem kleinen Sohn nach Hause auf eine Tee ein. Es soll wohl nicht sehr außergewöhnlich sein, dass der Fluss ungefähr zwei Mal im Jahr die umliegenden Wiesen überschwemmt. Gegen 13 Uhr ging das Wasser wieder zurück und wir konnten noch bis in die nächste Stadt trampen um am nächsten Tag, bereit für die Kayak Tour wieder in Blenheim zu sein.

Nach der Kayak Tour bin ich mit Franzi und Toni noch einmal in die Golden Bay getrampt und im Anschluss bis zu den wunderschönen Nelson Lakes wo Franzi und Toni sich mit zwei Freundinnen getroffen haben. Toni ist mit den Beiden weitergefahren und für Franzi und mich ging es runter nach Christchurch um mit Sascha, Schmidti, Kevin, Fredo und Kaya weiterzureisen.

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