27. September bis 8. Oktober

Morjen,

ich bin mittlerweile bis in die Bay of Plenty nach Tauranga vorgedrungen. Hier haben wir zu fünft einen Camping Platz für 10$ die Nacht gefunden, 150m vom Meer entfernt. Gestern haben wir uns auch das erste mal ernsthaft auf Jobsuche begeben bis wir realisiert haben, dass das an einem Samstag nicht viel Erfolg haben kann 😀 Man verliert hier beinah ganz das Zeitgefühl. Wir haben dann gestern erstmal alle möglichen Adressen von Weingütern in der Nähe herausgesucht und werden die heute mal alle abklappern. Die Wein Saison beginnt in zwei, drei Wochen und dort haben wir eine gewisse Chance auch zusammen einen Job zu finden. Ansonsten bleiben immer noch alle möglichen anderen Optionen bis hin zu Hostels die damit werben Jobs direkt zu vermitteln. Gerade hocken wir mal wieder in der Library und nutzen das Wlan, da man auf unserem aktuellen Camping Platz für das Internet bezahlen muss. Seit dem ich das letzte Mal geschrieben habe, ging so einiges. Es ist schon wirklich schwer sich an alles zu erinnern, weil die Landschaften und Ereignisse sich ständig selbst übertreffen 😀

Nachdem wir den Camping Platz am Ninety Miles Beach verlassen haben, wo Tim und Fredo ernsthaft zufällig zwei Leute, die sie auch aus Deutschland kennen ging es für uns weiter an der Westküste Richtung Ahipara. Wie klein die Welt doch ist 😉 Erst gestern haben wir wieder zufällig einen Deutschen getroffen den wir noch aus Auckland kannten. In Ahipara verbrachten wir die Nacht in einem Holiday Park und haben auch noch Nils wieder getroffen, den wir am Cape Reinga kennen gelernt hatten. Er ist auch mit einem Toyota Estima mit Bett im Kofferraum unterwegs. Wir waren gleich beim ersten Mal Angeln in der Tasmansea mit unseren 15€ Angelruten aus dem Warehouse erfolgreich und wurden um 2 uhr nachts noch vom Zeltplatz Besitzer Sandy auf eine recht creepige Art und Weise in seinen Jacuzzi eingeladen 😀 Ein paar andere Deutsche, die dort am woofen sind meinten sie hätten das auch schon durch und das wäre rein gar kein Problem. Im Nachhinein bereue ich es ein bisschen, dass wir das Angebot abgelehnt haben 😀

Von Anna und Julia haben wir uns nachdem wir Ahipara verlassen haben getrennt, da sie Arbeit in der Bay of Plenty gefunden haben und nur 6 Monate in Neuseeland unterwegs sind. Für uns ging es zusammen mit Nils weiter entlang der Westküste Richtung Tauranga. Die folgenden Nächte haben wir alle im Auto bzw. im Zelt geschlafen. Ich habe mir die erste Nacht im Zelt hier in Neuseeland bei 8°C fast den Arsch abgefroren. Mittlerweile geht es aber voll. Es ist schon wieder etwas wärmer, man muss halt mit Pullover und Jogger schlafen. Im Auto hingegen ist es im Schlafsack sogar schon wieder fast zu warm.

Die erste Nacht verbrachten wir irgendwo im Nirgendwo direkt an einem großen Steg an einer riesigen Meeresbucht mit Blick auf die Vulkanberge im Hintergrund. Zum Frühstück gab es leckeren selbstgefangenen Brataal und sogar einen kleinen Hai konnten wir dem Meer entlocken.

Den nächsten Morgen setzten wir mit der Fähre über auf die andere Seite der Bucht und fuhren nach Bayleys Beach bei Dargaville. Hier ging nicht sonderlich viel, aber die Lage beinah direkt am Meer war wieder einmal unbeschreiblich schön. 😉 Und auf dem Weg dorthin gab es noch die letzten Riesen Kauribäume zu sehen.

Auf der Weiterfahrt schauten wir noch an einer Fabrik der Silver Fern Farmen vorbei, die uns ein „Fidjianer“ empfohlen hat, weil dort wohl immer Leute gesucht werden. Einfach auf’s Firmengelände gefahren und im Büro angeklopft wurden uns sofort Bewerbungsformulare in die Hand gedrückt. Hierfür brauchen wir aber zuerst unsere ACC claims History. Die muss uns zugeschickt werden. Das ist allerdings nicht so einfach, da wir dann eine relativ lange Zeit in einem Hostel oder auf einem Zeltplatz bleiben müssen oder nach einer gewissen Zeit wieder zurück dorthin kommen müssen. Den nächsten Tag machten wir einen kurzen Stopp in Auckland um uns unsere Briefe mit IRD Number, noch bei einigen fehlenden Kreditkarten in der Haka Lodge abzuholen und unseren Brokkoli Vorrat wieder aufzufüllen.

Am Abend ging es nur noch weiter bis nach Ngatea zu einem kostenlosen Campingplatz wo wir die nächsten zwei Nächte verbracht haben. Geduscht wurde im Fitness Studio in der Nähe. Ngatea liegt ungefähr anderthalb Stunden von der Stadt Matamata entfernt. Nicht weit davon lässt sich das Hobbiton Movie Set finden. Für so richtige Herr der Ringe Fans eine unglaubliche Attraktion. Der Zugang ist jedoch leider nur mit einer Tour möglich. Vom Info Center fahren Busse über die Farm der Alexander Familie, auf deren Grund und Boden das Set errichtet wurde. Unser Glück war, dass wir völlig zufällig eine ganz private Führung zu fünft bekamen 😀 Es war uns vergönnt überall ganz entspannt Fotos zu machen. Hinter uns warteten schon immer die nächste Gruppe aus gefühlt 40 Asiaten, welche sofort mit ihren Tablets alles dokumentierten. Ich hatte aber natürlich meine Kamera im Auto vergessen und mein Handy ist ja bekanntlich außer Betrieb. :/ Die anderen haben aber ganz entspannt gute Fotos machen können. 😉 Insgesamt gab es zum Einen so einige wirklich interessante Informationen über den Aufwand der hier betrieben wurde und zum Anderen werde ich mich jetzt immer im Hintergrund durchs Bild laufen sehen, wenn ich mir die Filme noch einmal anschaue. 

Von Ngatea ging es für uns weiter bis nach Coromandel. Eine der schönsten Regionen Neuseelands die ich bisher sehen durfte. Vom New Chums Beach einem der 20 schönsten Strände der Welt über den Cathedral Cove, unbeschreibliche Landschaften bis hin zu mehreren Hot Water Beaches. 

Der Cathedral Cove ist ein riesiges Felsentor an einem wunderschönen Strand, der für die Narnia Filme als Drehort diente. Die Nacht bevor wir auf den 10 dollar Camping Platz gefahren sind haben wir illegalerweise zu fünft in zwei Autos auf einem Parkplatz am Cathedral Cove verbracht. An viel besuchten und bekannten Plätzen ist es hier meistens verboten wild zu campen oder in einem nicht selfcontained Van zu schalfen. Wir sind allerdings schon um 4 Uhr morgens wieder aufgebrochen um rechtzeitig zum Einsetzen der Flut den Hot Water Beach zu erreichen. Dabei handelt es sich um einen Strand unter dessen Sand sich mehrere heiße Quellen befinden. Das Wasser ist kochend heiß. Wenn die Flut einsetzt kann man sich aber wannenartige Löcher graben und das Wasser darin genießen, wenn es sich mit dem kalten Meereswasser vermischt.

DSC01584
Der „Russe“ und Nils` Toyota Estima

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